3 Gründe warum die Weinlese händisch erfolgen sollte

Weinlese helfen
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Die Lese ist für viele Winzer das wichtigste Ereignis des Jahres. Neben dem optimalen Zeitpunkt für den Beginn der Ernte, muss der Weinbauer noch einige andere wichtige Grundsatzentscheidungen treffen. So muss der Weinbauer bestimmen ob manuell oder automatisch geerntet werden soll. Übrigens ist auch für etliche Erntehelfer dieses Ereignis etwas besonderes! Bei der Weinlese helfen macht nämlich nicht nur viel Spaß, sondern gewährt auch so manchen Blick hinter die Kulisse eines Weinguts. In diesem Beitrag werden 3 Gründe aufgeführt, warum die Weinlese unbedingt händisch erfolgen sollte.

1. Die Weinlese von Hand ist schonender

Der Vollernter fährt bei der Lese durch die Rebzeilen und trennt dabei, die empfindlichen Trauben, durch einen komplexen Schüttel- bzw. Schlagmechanismus, von den Fruchtruten ab. Währenddessen lösen sich nicht nur Beeren, sondern auch unerwünschte Blätter und kleine Äste von den Reben. Es entstehen somit Schäden an der Laubwand, den Trauben und dem Boden. Der Boden wird insofern beschädigt, da dieser durch die Befahrung verdichtet wird. Diese Bodenverdichtung kann bei verstärktem Auftreten, das Wachstum und die Funktion der Rebwurzeln nachhaltig beeinträchtigen.

Aus diesem Zusammenhang heraus, liegen bereits einige Vorteile der manuellen Lese auf der Hand. Es entstehen weder Schäden an der Laubwand, noch an den Trauben oder dem Boden. Insbesondere die Trauben erfahren kaum mechanischen Druck und kommen somit unversehrt in der Kellerei an. Bei der maschinellen Lese ist dies nicht gewährleistet, da die Trauben oft lange auf der Ladefläche des Kippers lagern und somit durch ihr Eigengewicht leicht zerdrückt werden.

2. Die Lese von Hand führt zu einer besseren Qualität des Weins

Ausschließlich die Handlese gestattet es dem Winzer, geeignete Trauben bereits im Weinberg zu selektieren. Der Erntehelfer achtet dabei penibel auf Reifegrad, Gesundheit und Vitalität der Beeren. Prinzipiell werden nur einwandfreie und reife Trauben abgeschnitten. Da die Beeren unterschiedliche Reifegrade aufweisen können, achten renommierte Weingüter darauf in einem mehrstufigen Leseverfahren zu ernten. Dabei wird das Traubengut in bis zu drei Durchgängen gestaffelt eingesammelt. In einer Vorlese werden beispielsweise kranke oder verdorbene Trauben herausgeschnitten. Unreife Trauben werden nicht eingesammelt. Dies ermöglicht es dem verbliebenen Traubengut, möglichst lange am Stock auszureifen und eine optimale Qualität zu entwickeln.

3. Die Tradition der Gemeinschaft wird gelebt

Für engagierte Erntehelfer ist die manuelle Weinlese, oftmals die einzige Möglichkeit, aktiv an der Herstellung eines Weins, mitzuwirken. Dabei gewinnen die Erntehelfer wertvolle Einblicke und lernen auf traditionelle Art und Weise, Weingut und Winzer kennen. Ein Vorhaben welches ich 2017 unbedingt in die Tat umsetzen will. 

Mittlerweile sind viele Weingüter dazu übergegangen, ganze Erlebniswochenenden zur Weinlese anzubieten. Im Vordergrund stehen dabei der gemeinschaftliche Zusammenhalt und die Arbeit an der frischen Luft und Natur. Nach getaner Arbeit winken dem Erntehelfer Weinproben und dazu passende Gerichte (welche nach getaner Arbeit im Weinberg mindestens doppelt so gut schmecken).

Gewiss bietet sich auch die Möglichkeit, ein persönliches Gespräch mit dem Winzer zu führen und eine einzigartige Betriebsführung zu erhalten. 

Was ist deine Meinung?

Hast du schon einmal als Erntehelfer auf einem Weingut mitgeholfen? Welche Vorteile fallen dir noch zur manuellen Weinlese ein? Jeder kann bei der Weinlese helfen! Erzähle uns von deinen Erfahrungen und schreibe es in die Kommentare!

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