3 Gründe Spätburgunder zu trinken

3 Gründe Pinot Noir oder Spätburgunder zu trinken

Wer sich intensiv mit Wein beschäftigt kommt nicht umhin, sich irgendwann mit der Rebsorte Spätburgunder (frz. Pinot noir) zu beschäftigen. Diese edle und sehr alte Sorte ist schwer erziehbar und macht es den Winzern nicht immer leicht. Gegebenheiten wie Wind, Trockenheit oder Fäulnis setzen der dünnschaligen Frucht schnell zu und können zu beträchtlichen Ertragsminderungen führen. Diese Umstände haben dazu geführt, dass die Traube einen Ruf als regelrechte Zicke erhalten hat.

Trotz des aufwendigen, riskanten und mühsamen Anbaus von Pinot Noir, liegt der Spätburgunder weltweit aber voll im Trend. Nicht nur im Mutterland Frankreich oder im benachbarten Deutschland, sondern auch in den kühleren Anbaugebieten Australiens, Kaliforniens oder Südafrikas werden die Reben bereits erfolgreich angebaut. Doch wieso erfreut sich die Rebsorte derartiger Beliebtheit und warum solltest gerade du diese Sorte unbedingt probieren? Im nachfolgenden Bericht nenne ich dir 3 Gründe warum du unbedingt anfangen solltest Spätburgunder zu trinken.

1. Pinot Noir schmeckt fantastisch!

Philipp Kuhn Kirschgarten GG 2012 Review Spätburgunder

„Der Rebsaft scheint unergründlich tief und dicht zu sein. Auf der Zunge präsentiert er sich mit festem und umfangreichem Körper, ohne dabei erdrückend oder schwer zu wirken. Die Flüssigkeit benetzt mit einer spielerischen Leichtigkeit den kompletten Mundraum und verwöhnt, mit all ihren Aromen und einer beispiellosen Saftigkeit, den Konsumenten. Dazu umspielen geschliffene Tannine sanft den Gaumen und enden saftig-rund in einem langen Finale!“ – Dies ist ein Auszug aus meinem Artikel – Erfahrungsbericht zum „Pinot Noir „Kirschgarten“ GG, 2012“. Und so klingt es eben, wenn ich einen meiner absoluten Lieblingsburgunder, vom Weingut Kuhn, beschreibe.

Diese Ausdrucksweise ist keine Übertreibung und verdeutlicht nur sinnbildlich wie der Wein schmecken kann. Ich könnte noch unzählige Analogien, Metaphern und Beispiele heranziehen um Pinot Noir geschmacklich zu umschreiben. Meiner Meinung nach fährt man aber immer noch am besten, wenn man sich eine Flasche beim Weinhändler seines Vertrauens kauft und sich durchprobiert. Denn gerade beim Spätburgunder gibt es verschiedene Stilistiken und Ausprägungen. Probieren geht über Studieren ist hier das Gebot der Stunde oder wie mein geschätzter Onkel stets zu sagen pflegt „learning by drinking“.

2. Nicht von Vorurteilen abschrecken lassen!

Gerade in Bezug auf deutsche Rotweine hört man immer wieder haltlose oder unberechtigte Vorurteile. So sollen diese international nicht konkurrenzfähig oder minderwertig sein. Vom deutschen Spätburgunder wird häufig behauptet, dass dieser grundsätzlich extrem süß sei und nach Erdbeermarmelade schmecke. Außerdem werde er tannin– und säurearm ausgebaut und geradezu weichgespült schmecken. Die Weine werden als flach, zu mollig oder fehlerhaft abgetan. Überdies werde viel zu viel Holz eingesetzt. Gewiss gibt es bei all diesen Vorurteilen irgendwo einen wahren Kern, aber grundsätzlich alle deutschen Spätburgunder in diese eine Schublade zu stecken, ist mit Sicherheit übertrieben.

Weingüter wie Knipser, Kuhn, Becker oder Huber haben bewiesen, dass deutsche Spätburgunder durchaus international erfolgreich sein können. Deren Weine haben längst ein Niveau erreicht, das international konkurrenzfähig ist. Außerdem liegen sie in ihrer Kostenkategorie, bei einem fantastischen Preis- Leistungsniveau, welches umso bedeutender wird wenn man es mit den Preisen des Burgunds in Relation setzt.

3. Deutsche Spätburgunder liegen im Trend!

Wie du vielleicht bemerkt hast, bin ich ein großer Fan von deutschem Pinot Noir. Das bedeutet nicht, dass mir französische Burgunder nicht schmecken, aber es macht wahnsinnig viel Spaß die Entwicklung der Rebsorte gerade in Deutschland intensiv zu verfolgen.

Die bewirtschafteten Anbauflächen in unserem Heimatland, sind in den letzten Jahren rasch gestiegen. So ist seit Beginn der 90er Jahre eine stetige Zunahme der kultivierten Rebfläche zu beobachten. Dementsprechend vergrößerte sich die Spätburgunderfläche, um mehr als 3.000 Hektar. Das hat dazu geführt, dass mittlerweile gut 11.800 Hektar Rebfläche, mit der Sorte Spätburgunder, bestockt sind. Das entspricht etwa einem Zehntel, der deutschen Gesamtrebfläche. [BAY-17]

Quellen:

[BAY-17] Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, http://www.lwg.bayern.de/weinbau/rebe_weinberg/070072/index.php, Stand 2012, aufgerufen am 10.01.2017

Was ist deine Meinung?

Was sind deine Gründe Spätburgunder zu trinken? Hast du persönliche Lieblingsweine oder kennst du hervorragende Weingüter? Schreib es in die Kommentare.

2 Kommentare

  1. Ob nun Spätburgunder oder Pinot Noir – es ist die Rebsorte, die die großen Burgunder hervorbringt. Aber auch in anderen Regionen entstehen daraus teilweise exzellente Weine. Gerade heute hatten wie ein Pinot Noir von Maczko aus Villany im Süden Ungarns als wahrlich opulente Begleitung für ein Stück Mufflon.
    Die Rebsorte ist immer probierenswert und bringt mitunter die größten Weine hervord.

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