Latium ist nicht etwa der Name einer neuen Superheldenfigur aus Marvel’s The Avengers, sondern eine Weinbauregion in der Nähe von Rom. Wenn du davon bisher noch nichts gehört hast, dann mach dir keine Gedanken. Bislang hat das Gebiet wenig für Furore gesorgt und fliegt meilenweit unter dem Radar. Ausgerechnet eine deutsche Familie glaubt an das Potential der Region und möchte mit dem Weingut Ômina Romana dem Latium neues Leben einhauchen.

Ômina Romana
Lesezeit: Hier werden die Cabernet Franc Trauben abgeerntet

Wie wurde das Weingut Ômina Romana gegründet?

Die Geschichte von Ômina Romana ist noch recht jung. Erst 2007 entschied sich der deutsche Unternehmer Anton F. Börner für den Erwerb von rund 80 Hektar Rebfläche und investierte eine immense Summe in die Gründung des Weingutes und die Wiederbelebung der zum Teil bereits bepflanzten Flächen. Noch heute ziert der Phönix die Weinetiketten und symbolisiert den Neuanfang und die Entstehung neuen Lebens aus verbrannter, toter Erde. Dabei ist es Börner wichtig etwas Neues zu kreieren und niemanden zu kopieren. Orientiert wird sich am neuesten Stand der Wissenschaft der Universitäten Geisenheim und Florenz, um Wein von internationalem Format in die Flasche zu füllen.

Ômina Romana
Die Landschaft ist geprägt von sanften Hügelketten und den Ausläufern des Gebirges

Warum wurde Ômina Romana im Latium gegründet?

Ômina Romana
In den kleinen, französischen Eichenfässern ruhen die Weine von Ômina Romana.

Damit dies gelingt sind nicht nur Motivation, Willenskraft und die finanziellen Mittel notwendig, sondern auch fruchtbare Böden und ein geeignetes Terroir. Die Suche endete schließlich im Latium was vielmehr dem Umstand geschuldet war, dass hier die Besten Bedingungen herrschten und weniger wegen der Region selbst. Börner möchte sich nicht auf eine Region reduzieren lassen, sondern als eigenständig wahrgenommen werden und Weine erzeugen, die international große Wertschätzung erfahren.

Heute stehen die damals gepflanzten Reben auf vulkanischen Tuffstein-Böden, die ein gutes Wasserspeicherungs-Vermögen besitzen. Das nur 25 Kilometer entfernte Meer versorgt die Pflanzen stets mit einer frischen Brise und wirkt durch die großen Wassermassen auch klimatisch auf die Weinberge aus. Nachts sorgt der von den Albaner Bergen hinabströmende Wind für eine Abkühlung der Reben. Darüber hinaus kommen vom Gebirgsmassiv Gran Sasso starke Winde, die eine permanente Ventilation mit sich bringen und somit stets für eine gute Belüftung sorgen. Außerdem hält das Gebirge Unwetter und Starkregen fern, wodurch das Gebiet zwar gut geschützt, aber gleichzeitig sehr trocken ist. Deshalb wurden in den Weingärten gezielt Leitungen für eine kontrollierte Tröpfchenbewässerung angebracht.

Die Rebsorten auf Ômina Romana

In Zusammenarbeit mit italienischen Agrarexperten und der Hochschule Geisenheim hat man die idealen Rebsorten für den Standort ermittelt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurden sowohl internationale als auch autochthone Rot – und Weißweinsorten gepflanzt. Dabei entfallen ca. 60 % der Rebfläche auf rote Trauben und die restlichen 40 % auf weiße Trauben.

Während meines Besuchs bei Ômina Romana wurden gerade die Cabernet Franc Trauben gelesen, die gemeinsam mit Merlot, Cabernet Sauvignon und Cesanese die roten Hauptsorten am Weingut sind. Und auch bei den weißen Sorten geben internationale Trauben den Ton an: Chardonnay und Viognier bilden neben Petit Manseng und Incrocio Manzoni den Löwenanteil.

Damit große Weine entstehen können ist der Lesezeitpunkt ein wichtiger Faktor bei der Weinlese. Um diesen optimal zu ermitteln, liefert und sammelt eine im Weinberg installierte Wetterstation rund um die Uhr Wetterdaten.

Die Weine des Hauses

Rund 250.000 Flaschen werden jedes Jahr abgefüllt und größtenteils in Italien, Deutschland und der USA verkauft. Dabei tragen die Etiketten stets außergewöhnliche und tiefgründige Namen, die römischen Leitfiguren zugeordnet wurden. So wurden den vier Linien der Cuvées folgende Götter zugeordnet: Hermes Diactoros, Diana Nemorensis, Janus Geminus und Ceres Anesidora. Dabei sollen sich die Eigenarten der Götter in den unterschiedlichen Stilen der Weine widerspiegeln, im Hinblick auf Schwere, Dichte und Zugänglichkeit. Über allem steht die Flagship-Linie Ars Magna, was so viel wie „Große Kunst“ bedeutet.

Natürlich durften wir im Rahmen des Besuchs einige Weine probieren. Verkostungsnotizen und weiterführende Informationen sind per Mausklick auf die einzelnen Weine verfügbar, wenn ich diese bereits beschrieben habe.

Folgende Weißweine durfte ich während meines Besuchs verkosten:

Hermes Diactoros II
Chardonnay
Viognier
Chardonnay Linea Ars Magna
Vigonier Linea Ars Magna

Folgende Rotweine durfte ich während meines Besuchs verkosten:

Diana Nemorensis I

Cesanese

Merlot Linea Ars Magna

Ceres Anesidora I

Omina Romana
Diese Weine durfte ich während des Besuchs verkosten und kennen lernen. Meine beiden Favoriten mittig im Vordergrund platziert.

Fazit

Dank Ômina Romana hat das Latium gehörig an Strahlkraft dazu gewonnen. Die Region und Italien dürften sich glücklich schätzen einen deutschen Investor gefunden zu haben, der bestrebt ist das großartige Potential der Natur zu nutzen und hervorragende Weine zu keltern, die über die Grenzen Italiens hinaus für Begeisterung sorgen. Der Erfolg gibt Anton F. Börner Recht und zeigt was entstehen kann, wenn italienische Leidenschaft und deutscher Ehrgeiz zusammenkommen. Ich bin ein großer Fan dieser Weine geworden und bin besonders von der Tiefe, Dichte und Komplexität der Weine beeindruckt. Besonders die Tropfen der Ars Magna Linie und einige Spitzen-Cuvées weißen ein großartiges Alterungspotential auf und dürften vorerst in meinem Keller gut aufgehoben sein.


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