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Ein gutes Weinglas soll zu dir passen. Es soll sich angenehm anfühlen, deinem Wein Raum geben und sich im Alltag gut verwenden lassen. Dafür lohnt sich ein genauer Blick auf Form, Rand, Gewicht und Pflege. In diesem Ratgeber zeige ich dir, worauf ich bei der Auswahl achte und welche drei Gläser sich für mich bewährt haben.
Die Empfehlungen beruhen auf meinen bisherigen Erfahrungen mit Weingläsern. Hier geht es um eine persönliche Kaufberatung, ohne neue Messreihen oder einen Labortest. Wenn du gezielt Zalto, Josephine und Gabriel miteinander vergleichen möchtest, findest du die ausführlichen Eindrücke im Vergleich der Universal-Weingläser.
Inhaltsverzeichnis
Welches Weinglas passt zu deinem Alltag?
Für eine etwas kräftigere Ausführung und gesellige Runden würde ich mir das maschinengefertigte Gabriel-Glas StandArt ansehen. Es war meine Wahl, wenn Gäste kamen und ich ein weniger filigranes Glas verwenden wollte.
Wenn dir ein besonders leichtes Glas und das Gefühl am Mund wichtig sind, passt die Gabriel-Glas Gold Edition gut. Ihre feine Ausführung hat mir im Alltag besonders gefallen.
Als leichtes, vielseitiges Universalglas gehört auch das Zalto Denk’Art zu meinen Empfehlungen. Ob dir seine Form oder die des Gabriel-Glases besser gefällt, ist eine persönliche Entscheidung.
Woran du ein gutes Weinglas erkennst
Ein angenehmer Rand und ein klarer Kelch
Der Glasrand ist beim Trinken unmittelbar spürbar. Mir gefällt ein dünner Rand, der sich angenehm an die Lippen legt. Ein klares, ungefärbtes Glas lässt außerdem die Farbe des Weins gut erkennen. Schau dir deshalb neben der äußeren Form auch die Verarbeitung am Rand und am Übergang zum Stiel an.
Eine passende Form und genug Platz im Glas
Ein Kelch, der nach oben etwas enger wird, ist für mich ein guter Ausgangspunkt. Er bietet dem Wein Platz und führt die Duftwahrnehmung zur Öffnung hin. Lass beim Einschenken genügend Raum, damit du den Wein vorsichtig schwenken kannst. Das angegebene Fassungsvermögen ist die Größe des Glases und keine empfohlene Trinkmenge.
Gewicht, Stand und ein sicherer Umgang
Sehr leichte Gläser haben eine feine Haptik, mit der ich gern trinke. Gleichzeitig muss das Glas zu deinem Umgang passen. Wenn du dich bei jedem Anfassen um den dünnen Stiel sorgst, kann eine kräftigere Ausführung angenehmer sein. Auch ein hochwertiges Glas bleibt zerbrechlich. Aus meinen Erfahrungen lässt sich keine allgemeine Bruchfestigkeit ableiten.
Einzelglas oder Set richtig vergleichen
Schau beim Preisvergleich immer auf die Stückzahl. Die hier verlinkten Angebote umfassen das Gabriel-Glas StandArt als 4er-Set, die Gold Edition als 2er-Set mit Poliertuch und das Zalto Universal als Einzelglas. Vergleiche den Preis pro Glas und prüfe vor dem Bestellen die ausgewählte Variante. Überlege auch, wie viele Gläser du tatsächlich brauchst und ob sich später einzelne nachkaufen lassen.
Warum ich oft ein Universalglas verwende
Früher hatte ich viele verschiedene Weingläser. Für Burgunder, Riesling, Bordeaux und weitere Weine stand jeweils eine passende Form im Schrank. Irgendwann wurde mir das zu viel. Ich habe meine Auswahl verkleinert, weil ich gern mit wenigen Gläsern auskomme, die ich gut kenne und vielseitig verwenden kann.
Ein Universalglas ist für verschiedene Weinstile gedacht. Du kannst daraus Weißwein, Rotwein und auch Schaumwein trinken. Es muss dabei für dich keine Sammlung von Spezialgläsern ersetzen. Wer Freude daran hat, einzelne Weine in unterschiedlichen Formen zu entdecken, kann diese Auswahl selbstverständlich ergänzen. Für meinen Alltag war die kleinere Auswahl jedoch eine Erleichterung.

Meine drei Weinglas-Empfehlungen
Gabriel-Glas StandArt für gesellige Runden

Die StandArt-Variante wird maschinell gefertigt und ist kräftiger ausgeführt als die mundgeblasene Gold Edition. Form und Größe sind gleich. Wenn Gäste kamen, habe ich gern zu dieser Variante gegriffen. Sie liegt etwas schwerer in der Hand und passt gut, wenn dir die Gold Edition zu filigran erscheint.
Damit ist sie für mich ein sinnvoller Einstieg in diese Glasform. Eine Garantie gegen Bruch ist die kräftigere Ausführung natürlich nicht. Der Amazon-Link führt zum 4er-Set, was du beim Vergleich mit den beiden anderen Angeboten berücksichtigen solltest.

Gabriel-Glas Gold Edition für eine besonders feine Haptik

An der Gold Edition mag ich vor allem das geringe Gewicht und das feine Gefühl am Mund. Sie war in meinem Alltag besonders häufig im Einsatz. Das Glas liegt für mich angenehm in der Hand, und genau diese persönliche Vorliebe erklärt meine Empfehlung.
Wenn du gern aus einem sehr leichten, mundgeblasenen Glas trinkst, würde ich diese Ausführung näher ansehen. Für eine größere Runde kann die StandArt-Variante die entspanntere Wahl sein. Bei Amazon ist hier ein 2er-Set mit Poliertuch verlinkt.

Zalto Denk’Art Universal als vielseitige Alternative

Auch das Zalto Universal gehört zu den Gläsern, die ich über längere Zeit verwendet habe. Es ist mundgeblasen, leicht und vielseitig. Mir gefällt seine klare Form. Ob dir Zalto oder Gabriel angenehmer in der Hand liegt, lässt sich durch eine Rangliste kaum entscheiden.
Ich würde Zalto in die engere Auswahl nehmen, wenn du ein feines Universalglas suchst und dir diese Form zusagt. Der hier verlinkte Preis bezieht sich auf ein Einzelglas. Die genaueren Unterschiede zu Gabriel Gold und Josephine No. 2 beschreibe ich im separaten Universalgläser-Vergleich.

Die Pflege gehört zur Kaufentscheidung
Für mich war eine unkomplizierte Reinigung immer wichtig. Ich habe meine Weingläser deshalb gern in die Spülmaschine gegeben. Beim sorgfältigen Reinigen von Hand ist mir nach meiner Erfahrung eher einmal ein Glas zu Bruch gegangen. Das ist meine persönliche Erfahrung und keine allgemeine Aussage darüber, welche Methode bei jedem Glas sicherer ist.
Bleifreies Glas ist nicht automatisch vor Glastrübung oder Glaskorrosion geschützt. Beachte deshalb die Pflegehinweise des jeweiligen Herstellers. Zalto empfiehlt ein kurzes Schon- oder Glasprogramm mit niedriger Temperatur bis 55 °C, korrekt eingestellter Wasserhärte und passenden Reinigungsmitteln. Die Gläser sollen sich nicht berühren und vor dem Herausnehmen abkühlen. Gabriel-Glas empfiehlt ebenfalls die Spülmaschine, nennt aber eigene Programm- und Reinigungsmittelhinweise. Prüfe die Hinweise für dein Modell, bevor du das Spülprogramm auswählst.
Wie viel solltest du für ein Weinglas ausgeben?
Das beste Weinglas für dich muss zu deinem Budget und zu deinem Alltag passen. Bezahlst du mehr für eine besonders feine Ausführung, sollte dir genau dieses Gefühl beim Trinken wichtig sein. Eine höhere Ausgabe allein garantiert kein besseres Geschmackserlebnis. Für den Einstieg würde ich eine kleine, passende Auswahl einer großen Sammlung vorziehen.
Meine persönliche Vorliebe für die Gabriel-Glas Gold Edition kommt vor allem von ihrer Haptik. Für Gäste habe ich gern StandArt verwendet, während Zalto für mich eine ebenso interessante Alternative unter den feinen Universalgläsern ist. So entstehen unterschiedliche Empfehlungen aus unterschiedlichen Anforderungen.
Wenn du mehr über die Idee hinter dem Gabriel-Glas erfahren möchtest, hör gern in mein Gespräch mit René Gabriel hinein. Für die konkrete Entscheidung zwischen drei mundgeblasenen Modellen geht es hier zum Vergleich von Josephine, Zalto und Gabriel Gold.

ÜBER DEN AUTOR
Daniel Bayer
Sommelier · WSET Level 3 · VINUM Top-20-Weinfluencer 2023
Ich bin Daniel Bayer, Gründer und Herausgeber von Wein verstehen und zertifiziert nach WSET Level 3. Seit 2016 schreibe ich auf wein-verstehen.de über Wein, spreche im Winzer-Talk-Podcast mit Winzern aus ganz Europa und nehme dich mit auf Weinreisen. Mein Ziel ist es, Wein verständlich zu machen, für jeden, der ihn gern trinkt.

Hallo Daniel , vor einigen Zeit hast Du die Gläser von Ziehler empfohlen und ich habe sie Auch mit dem 10 % Rabatt von Dir gekauft. Seit dem hast Du nie mehr was davon erwähnt und empfiehlst Du jetzt andere Gläser?. Sind diese Gläser doch nicht das richtige?
Liebe Grüße, Suzana Renner
Hallo Suzana! Vielen Dank für deinen Kommentar. Wenn du mir auf Instagram folgst, hast du bestimmt gesehen, dass ich diese nach wie vor sehr gerne einsetzt. Nur eben zu ganz besonderen Anlässen, wenn mal eine GG Riesling oder Bordeaux ins Glas wandert. Für den Alltag verwende ich aber viel lieber die Universal Gläser aus oben genannten Gründen. Zieher macht aber auch großartige Gläser, nur eben auf den Charakter der Weine zugeschnitten. Wenn man Wein als Hobby trinkt und meistens die selbe Art von Wein, kann man mit einem Zieher Glas wunderbar auskommen. Es werden aber noch weitere Tests kommen, die genau auf verschiedene Rebsorten und Charaktere von Weinen zugeschnitten sind.
Hallo Daniel, hast du einige Erfahrungen mit Riedelgläser ? Kannst du uns dazu einen Komentář geben ? Ingrid und Iveta
Liebe Ingrid,
ich durfte letztes Jahr einen RIEDEL Performance Workshop besuchen und war mehr als begeistert von der Art und Weise wie hier an das Thema Wein herangegangen wird. Auch als Erfahrung kann ich sagen, dass ich mit RIEDEL immer gut gefahren bin. Kann ich durchaus empfehlen.
Hallo Daniel,
Mir wurden vor Kurzem Gläser vorgesetzt, die ich so noch nie gesehen hatte. Leider habe ich den Namen des Herstellers vergessen – es war aber irgendwas mit „Hütte“. Sie hatten eine sehr markante zusätzliche (!) Delle, wie eine Welle, bevor sie nochmals weiter und oben wieder enger wurden.
Der Sommelier sagte, die seien aus der selben Hand wie die bekannten Zalto-Gläser, aber eben nicht von Zalto. Stiel und Boden waren den Zaltos aber sehr ähnlich – sehr filigran. Im direkten Vergleich zu den Zalto Bordeaux schmeckte (und roch) man schon einen Unterschied. Zumindest bei dem 2016er Quartz von Domaine des Ardoisières.
Hast du eventuell eine Idee, welche Gläser das sein könnten? Den Sommelier erreiche ich so schnell leider nicht.
Hallo David, vielen Dank für deine Nachricht. Ich kenne die von dir genannten Gläser leider nicht, habe aber mal gegooglet und das hier gefunden: http://www.waldglashuette.at/produktshop/serie-alt-wien/
Sind es diese Gläser? 🙂
Mark Thomas „Double Bend“ vom Thomas Zichtl aus Wien…
Das klingt nach Josephinenhütte 🙂
Ich vermute, es sind die Gläser der Josephinenhütte gemeint.
Ich finde die Gläser von der Optik sehr interessant, die Delle soll den Wein durch die entstehende Bewegung zusätzlich belüften und so öffnen. Ich habe die Gläser noch nicht ausprobiert, überlege aber, mir eines zu kaufen, auch wenn ich schon viele andere habe.
Absolute Zustimmung! Habe mir die Gabriel-Gläser aufgrund der Empfehlung eines Freundes gekauft und ich liebe sie – allerdings kommen mir jetzt viele andere Gläser erschreckend rustikal vor.
Hallo Daniel. Wie erkenne ich denn Universal Gläser? Sind da die Abmessungen/Füllmengen anders? Viele Grüsse. Boris
Hallo Boris, das ist eine gute Frage. Ich hatte gestern ein interessantes Interview mit René Gabriel. Er hat gemeint früher sahen Universalgläser alle schrecklich aus. Sie hatten dicke Stiele und waren allgemein sehr, sehr groß. Er meinte in einem Universalglas kommen verschiedene Merkmale zusammen, die jedes Glas beinhalten sollte. So z.B. der Glaskelch selbst… er vereint verschiedene, extrem wichtige Merkmale, die sich von einem konventionellen Weinglas deutlich unterscheiden!
Ich könnte dazu jetzt einen eigenen Blogartikel schreiben, was aber den Rahmen in einem Kommentar sprengen würde. Grundsätzlich steht bei den Herstellern immer dabei, ob es sich um eine Universalglas handelt. Es gibt mittlerweile viele verschiedene Hersteller, die eine sehr gute Qualität abliefern!