Du trinkst gerne süßen Dessertwein, der auch etwas gehaltvoller sein darf?

Dann solltest du dem Portwein vielleicht eine Chance geben.

Der süße, edle Tropfen passt ideal zu Käse oder Schokolade. Und kann auch als Solist großen Genuss bereiten.

Aber was ist Portwein eigentlich?

Der Mathematiker Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) hat dazu einmal etwas Interessantes gesagt:

„Es wird gewiss in England des Jahres noch einmal so viel Portwein getrunken, als in Portugal wächst.“

Vielleicht erkennst du die Pointe.

Warum ist Portwein süß?

Die Engländer lieben Portwein. Und das war schon vor vielen hundert Jahren so. Immerhin waren es die Briten, die den Portwein im 18. Jahrhundert erfunden hatten.

Sie hatten damals den innovativen Einfall, die Gärung eines Weins durch die Zugabe von hochprozentigem Traubenbranntwein vorzeitig abzubrechen.

Und was passiert wenn man die Fermentation stoppt?

Richtig. Der unvergorene Restzucker, der Beeren, verleiht dem Portwein einen zuckersüßen Geschmack. Das ist also der Grund, warum Portwein süß ist.

Als Ergebnis erhielt man:

  • … einen süßen und
  • … gehaltvollen Wein,

der ohne Probleme wochenlange Schifffahrten überstehen konnte.

Definition: Portwein ist ein Wein, bei dem nach ein bis zwei Tagen die gärende Maische mit 77 prozentigem Weinbrand aufgespritet wird. Daraufhin stellen die Hefen ihre Tätigkeit ein. Wenn der Portwein im Anschluss von der Maische gezogen wird, weißt dieser zwischen 40 und 60 Gramm unvergorenem Restzucker auf. [JEN-07]

Für die Portugiesen war dies der Beginn eines lukrativen Exportgeschäfts und die Briten freuten sich in den Genuss ihres geliebten Portweins zu kommen.

Von diesem Handel profitieren die Portugiesen noch heute, auch wenn Frankreich, England mittlerweile als größten Abnehmer abgelöst hat.

Außerdem ist die Bezeichnung „Portwein“ mittlerweile international geschützt und deshalb darf Portwein nur so genannt werden, wenn dieser auch tatsächlich aus Portugal stammt.

Tipp: Portwein heißt deshalb Port, weil er nach der Hafenstadt Oporto benannt wurde (zu deutsch: Porto).

Wie schmeckt Portwein?

So viel zum geschichtlichen Hintergrund des Portweins.

Viel spannender aber ist die Frage: „Wie schmeckt Portwein?“

Und mit der Antwort „süß“ geben wir uns hier ganz sicher nicht zufrieden.

Bist du eher der fruchtige Typ?

Was ist Ruby Portwein?

Dann solltest du Ruby verkosten. Das ist einer der verschiedenen Stile in denen Portwein gemacht wird. Es ist der einfachste Port. Preislich liegen diese Weine im unteren Bereich, bei rund 10 Euro. Ruby Ports sind in der Regel eher fruchtbetont und dunkelfarbig.

Bei der zwei bis vier Jahre langen Reifung wird darauf geachtet, die Fruchtaromen wie z.B. Brombeere oder schwarze Johannisbeere zu erhalten. Ruby Ports werden zum sofortigen Genuss abgefüllt, wobei es drei unterschiedliche Hauptstile gibt.

Die günstigsten Ruby Portweine sind jahrgangslos und reifen in der Regel weniger als drei Jahre. Als Ergebnis erhält man süße, einfache und fruchtbetonte Weine.

Reserve Ruby Port wird bis zu fünf Jahre im Fass gelagert, damit der Alkohol weicher wird und sich besser in den Wein integriert. Er ist qualitativ hochwertiger und zeichnet sich durch intensive, komplexe Fruchtaromen aus.

Late Bottled Vintag (LBV) Port wird aus Grundweinen eines bestimmten Jahrgangs zusammengestellt. Das schöne an LBV Weinen ist, dass sie bereits trinkreif auf den Markt kommen. In der Nase zeigen diese Weine Noten von roten und schwarzen Früchten sowie süße Gewürze.

Wie schmeckt Portwein?

Fruchtige Aromen sind dir zu langweilig?

Was bedeutet Tawny beim Portwein?

Dann könnte vielleicht Tawny deine Stilistik sein.

Im Gegensatz zum Ruby verführt dieser mahagonibraune Portwein mit Karamell – und Nussaromen. Reserve Tawny Port wird erzeugt, indem man ihn mindestens sechs Jahre lang in kleinen Eichenfässern lagert. Durch die mikrooxidation entstehen nussige Noten und auch die Farbe wird von Sauerstoff beeinflusst. Man erhält ein helles Braunrot bis hin zu Bernsteingelb.

Die besten Tawny Ports sind Tawny Ports mit Altersangaben. Sie werden beispielsweise mit 10, 20, 30 oder 40 Jahren bezeichnet. Leicht gekühlt sind die besten Weine dieser Art ein wahrer Genuss! Unfassbar komplex, konzentriert und mit Noten von Trockenfrüchten, Walnuss, Kaffee oder Schokolade.

Aus welchen Rebsorten wird Portwein hergestellt?

Wie du weißt, wird Wein immer aus den Trauben bestimmter Rebsorten gekeltert. Der Portwein stellt hier keine Ausnahme dar.

Zur Herstellung von Portwein sind insgesamt 48 verschiedene Rebsorten zugelassen. [JEN-07]

Dabei handelt es sich überwiegend um rote Rebsorten. Die wichtigsten Sorten sind:

  • Touriga Nacional (gilt als die hochwertigste Portweinrebsorte)
  • Tinta Barroca
  • Touriga Francesca
  • Tinta Roriz
  • Tinta Amarela

Aber es gibt auch weiße Sorten, die dann zur Produktion des white port (weißer Portwein) verwendet werden. Beim weißen Portwein werden hauptsächlich folgende Rebsorten verwendet:

  • Malvasia Fina
  • Codega
  • Rabigato

In der nachfolgenden Infografik habe ich für dich die wichtigsten Informationen noch einmal zusammengefasst.

Welche Rebsorten werden für Portwein verwendet?

Welches Glas für Portwein?

Du bist neugierig geworden wie Portwein schmeckt und möchtest es nun selbst ausprobieren?

Du willst Portwein optimal verkosten, um in den Genuss aller Aromen zu kommen?

Dann solltest du das große Burgunderglas dieses Mal besser in der Vitrine lassen und stattdessen auf ein geeignetes Portweinglas zurückgreifen.

Dieses hat den Vorteil, dass sich durch die klassische Tulpenform, die Aromen an der Nase konzentrieren. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Weinglas, ist es wegen dem höheren Alkoholgehalt auch deutlich kleiner. Lediglich 80 bis 140 ml fasst das Volumen eines Portweinglases.

Mit einem solchen Glas tust du dich leichter den Portwein in kleinen Schlucken zu genießen. Lass dir dabei ruhig Zeit. Eine angebrochene Flasche Portwein hält sich leicht einen Monat lang. [JEN-07]

Wie du mit Portwein kochen kannst

„Ich liebe es mit Wein zu kochen. Manchmal gebe ich ihn sogar ins Essen“

Dieses Zitat trifft nicht nur für normalen Rot- oder Weißwein zu, sondern auch für Portwein.

Du kannst Portwein wie jeden anderen Wein dazu verwenden Suppen oder Soßen zu verfeinern. Der edle Tropfen verleiht bereits in kleinen Mengen jeder Soße die gewisse, fruchtige Süße.

Aber auch gebratener Fisch, Geflügel oder Fleischgerichte können durch eine kleine Zugabe nach dem Anbraten vom feinen Aroma profitieren.

Tipp: Keule und Brust von der Ente mit Portwein-Schokoladen-Sauce. Dazu Rotkohl und Knödel. Traumhaft lecker.

Zu welchem Essen passt Portwein?

Du kannst Portwein aber nicht nur ins Essen geben, er eignet sich auch hervorragend als Essensbegleiter.

Tawny Portwein als Essensbegleiter

Mit seinem nussigen Geschmack und den Dörrobst Noten ist Tawny Portwein der perfekte Begleiter zu leckerem Nussgebäck.

Du kannst dazu Gaumenfreuden wie Mandelbiskuit, Pekannuss Kekse oder Nussecken servieren. Aber auch Schokoladenkuchen oder Crème brûlée können mit Tawny Portwein zu einer geschmackliche Sensation werden.

Neben all den süßen Kombinationen ist Tawny Portwein aber auch mit reifen, pikanten Käsesorten voll kompatibel. Käsesorten wie Manchego, Parmesan oder Pecorino bieten sich hier an.

Ruby Portwein als Essensbegleiter

Aufgrund seiner meist jugendlichen Frische, den fruchtigen Noten und seiner Süße, ist Ruby Portwein der perfekte Dessertwein.

Du kannst dazu milden Käse und Nüsse, aber auch Schokoladendesserts oder anderes süßes Gebäck servieren.

Besonders lecker finde ich Ruby Portwein zu Blauschimmelkäse, wie Gorgonzola oder Bavaria Blu. Wenn du ein Glas Ruby Port damit zu dir nimmst, kannst du dich auf ein Feuerwerk aus süßen und pikant, würzigen Noten freuen.

Bei vier bis sechs Jahre im Fass gelagertem Portwein (Late-bottled Vintage) bietet sich überdies eine der schönsten Käsekombinationen überhaupt an.

Wenn du diesen Portwein mit dem kräftigem Stilton Blauschimmelkäse kombiniest, wirkt der Stilton weniger scharf und der Portwein weniger süß. Ein grenzgeniales Zusammenspiel.

Fazit

Wow. Das waren eine Menge Informationen.

Damit du dir das Wesentliche merken kannst, habe ich dir die wichtigsten Informationen noch einmal zusammengefasst:

  • Portwein ist ein aufgespriteter Wein
  • Dem Most wird Weinbrand zugesetzt, um die Gärung abzubrechen
  • Der unvergorene Restzucker bewirkt die Süße im Geschmack
  • Zur Herstellung von Portwein sind insgesamt 48 verschiedene Rebsorten zugelassen. [JEN-07]
  • Man unterscheidet Portwein in 4 verschiedene Stilrichtungen:
    • Ruby Port
      • Ruby Port
      • Reserve Ruby Port
      • Late Bottled Vintage (LBV)
    • Tawny Port
      • Tawny Port
      • Reserve Tawny Port
      • Tawny Ports mit Altersangabe (10, 20, 30 oder 40 Jahre)
    • White Port
    • Rosé Port
  • Für Portwein benötigst du ein Portweinglas
  • Die Bezeichnung Portwein ist international geschützt und deshalb darf Portwein nur so genannt werden, wenn dieser auch tatsächlich aus Portugal stammt
  • Portwein trinkst du als Aperitif, zum Dessert oder einfach nur so zum Genießen

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Quellen:

[JEN-07] Jens Priewe: Wein die neue große Schule. Zabert Sandmann, 2007, 3. Auflage

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