Wenn du dich intensiver mit Wein beschäftigst, kann es dir manchmal wie beim Erlernen einer neuen Fremdsprache ergehen.

Unzählige neue Begriffe prasseln auf dich ein.

Ohne Gnade beschreiben Kritiker Weine in einer Art Geheimsprache, die dich ratlos werden lassen.

Irgendwann resignierst du.

Anstatt dem Kritiker zuzuhören schaltest du deine Ohren auf Durchzug.

Zu abstrakt sind die verwendeten Wortneuschöpfungen, Redewendungen und Fachausdrücke, die der Weinkenner da von sich gibt.

„Warum zuhören, wenn man die Hälfte der Worte sowieso nicht versteht?“

Das kann am Anfang schon mal passieren.

Das ist ganz normal. Durch diese schwierige Zeit musste jeder noch so schlaue Weinkenner einmal durch.

Lass dich davon nicht unterkriegen.

Und so viele Begriffe sind es eigentlich gar nicht.

Um gut chinesisch sprechen und lesen zu können, musst du ca. 3500 verschiedene Schriftzeichen beherrschen.

Um Wein besser zu verstehen und mitreden zu können, sind es nur diese 50 Begriffe.

Das ist überschaubar.

Auch wenn ich ein großer Freund davon bin, Dinge so einfach wie möglich zu halten, braucht man hier ein gewisses Fachjargon, um sich leichter zu verständigen.

Egal ob du jetzt erst ins Thema Wein eintauchst oder schon warm gelaufen bist, aber noch nicht alle Begriffe kennst. Dieser Beitrag macht dicht fitter.

Bei der Definition der Begriffe habe ich versucht, mich kurz zu halten, aber dennoch alles auf den Punkt zu bringen. Hier sind die 50 wichtigsten Wein Begriffe, die du kennen solltest:

-A-

  1. Abgang

Der Abgang ist der Nachgeschmack eines Weins. Du kannst auch Finale oder Nachhall dazu sagen.

Gemeint ist der bleibende Geschmackseindruck im Anschluss an das Schlucken oder Ausspucken.

Der Abgang kann unterschiedlich intensiv und lang sein.

Dabei gilt: Je länger, desto besser wird die Qualität des Weins bewertet.

  1. Adstringierend

Wenn Wein adstringierend wirkt, dann ziehen sich dabei deine Zunge und dein Gaumen zusammen. Dieser Geschmackseindruck tritt häufig bei jungen Rotweinen auf.

Das zusammenziehende und pelzige Mundgefühl wird in der Regel durch Tannine hervorgerufen. Besonders bei gerbstoffbetonten Rotweinen, die noch nicht gereift sind und sich noch nicht abgerundet haben.

  1. Alte Welt

Darunter versteht der Weinkenner Weine, die aus den traditionellen Weinregionen Europas stammen.

  1. Avinieren

Bezeichnet das Ausschwenken eines Weinglases oder einer Dekantierkaraffe mit einer geringen Menge des zu servierenden Weins vor dem Genuss.

Damit werden z.B. mögliche Gerüche oder Reste von Spülmittel vom Glas- bzw. Karaffenrand gelöst und können den Geschmack somit nicht negativ beeinflussen.

  1. Auslese

Hierbei handelt es sich um eine in Österreich und Deutschland weingesetzlich geschützte Bezeichnung für Prädikatsweine mit einem Mindestmostgewicht von 100° Oechsle (Deutschland) bzw. 21 °KMW (Österreich).

In der Regel sind diese Mostgewichte nur dann erreichbar, wenn die Weine aus vollreifen Trauben mit einem kleinen Anteil an edelfaulen Beeren (Edelfäule) geerntet wurden.

In Österreich sind Auslesen immer süße bzw. edelsüße Weine, in Deutschland gibt es aber auch trockene und halbtrockene Auslesen.

-B-

  1. Barrique

Ein Barrique ist ein 225 Liter fassendes Gebinde aus Eichenholz. Darin kann der Wein reifen.

Im Durchschnitt werden Barriques alle drei Jahre durch neue Barriques ersetzt, da sie im Laufe der Zeit immer weniger Tannin abgeben.

  1. Blindprobe

Eine Blindprobe ist eine Weinprobe für Profis.

Dabei werden die Flaschen verhüllt. Alternativ können die Weine auch aus schwarzen Gläsern serviert werden.

Dadurch weißt niemand welchen Wein er gerade im Glas hat.

  1. Blockbuster

Wenn du jetzt meine persönliche Meinung zum letzten Kinofilm mit Chris Hemsworth oder Emilia Clarke erwartest muss ich dich leider enttäuschen.

In Sachen Wein meint Blockbuster keinen Kinofilm, sondern einen schweren, konzentrierten Wein.

Einen Wein, der vor Farbtiefe, Kraft, Alkohol und Tannin nur so strotzt. Er wirkt dadurch dicht und undurchdringlich.

Blockbuster war eine trendige Bezeichnung, die sich vor allem in den 90er-Jahren entwickelt hat.

  1. Bukett / Bouquet

Das Bouquet wird auch Nase oder Blume genannt. Prinzipiell bezeichnet es die Gesamtheit der Geruchseindrücke eines Weins.

  1. Böckser

Wenn ein Wein einen Böckser hat, dann hat dieser ein ziemlich unangenehmes Aroma. Einen Fehlton.

Dieser kann an

  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • gekochten Kohl
  • oder an faule Eier

erinnern.

Der Ausdruck gilt dabei für bleibende, vorübergehende und manchmal auch nur vermeintliche Weinfehler.

-C-

  1. Chambrieren

Bezeichnet das Erwärmen eines Rotweins auf die richtige Serviertemperatur.

  1. Cuvée

Die kurze Version: Eine Cuvée ist ein Wein, der aus verschiedenen Rebsorten hergestellt wurde.

Die lange und ausführliche Version findest du hier: „Was ist eine Cuvée?

-D-

  1. Degustation

Eine Degustation ist eine Verkostung.

Weinkenner verstehen darunter das Bewusste probieren eines Weins oder mehrerer Weine mit dem Ziel, einen Gesamteindruck zu erhalten und sich eine Meinung über Qualität und Charakter zu bilden.

  1. Dekantieren

Das Dekantieren bezeichnet das Umgießen eines Weins. Dabei wird z.B. ein Rotwein in eine Karaffe umgefüllt.

Das Dekantieren erfolgt aus zwei Gründen.

Einerseits werden alte Rotweine dekantiert, um sie vom Depot zu trennen, damit dieses nicht mit ins Weinglas gelangt.

Andererseits dekantiert man junge, verschlossene, tanninreiche Rotweine, um sie zu belüften und dadurch zugänglicher zu machen. Mehr zu diesem Thema erfährst du im Beitrag: „Wie lange sollte man Rotwein atmen lassen?

  1. Depot

Gemeint ist nicht dein Depot auf der Bank, sondern das Depot in deinem Wein.

Der Weinkenner bezeichnet damit einen krümeligen Niederschlag im Rotwein, der sich im Laufe des Reifungsprozesses am Flaschenboden absetzen kann.

Er ist weder schädlich, noch als Weinfehler einzustufen. Im Gegenteil. Weinstein gilt als ein Zeichen natürlicher Reife.

Da das Depot relativ bitter schmecken kann, sollte es beim Einschenken in der Flasche zurückbleiben.

Durch das Dekantieren kann der klare Wein vor dem Servieren sauber vom Depot getrennt werden.

Fun fact: Bei alten Burgunderweinen kann das Depot mitgetrunken werden, weil es süß schmeckt. [JEN-16]

 

-E-

  1. Edelfäule

Kurz vor oder nach der Vollreife einsetzende Fäule, die zum Austrocknen der Weintrauben führt. Diese Edelfäule ist bei Winzern zur Herstellung von Süßwein sehr erwünscht (Botrytis cinerea).

  1. Entrappen

Entrappen kann auch als Rebeln oder Abbeeren bezeichnet werden. Darunter versteht man das Trennen der Beeren von den Traubenstielen (Kämme oder Rappen).

Früher wurde dies aufwendig von Hand durchgeführt, heute gibt es dafür Abbeermaschinen.

  1. Etikettentrinker

Als Etikettentrinker werden gerne Menschen bezeichnet, die dazu neigen, nur bekannte oder berühmte Weine zu trinken.

  1. Extrakt

Extrakt ist eine analytische Bezeichnung für die Gesamtheit aller nicht flüchtigen Substanzen im Wein. [JEN-16]

Der Wert gibt das Gewicht aller Inhaltsstoffe an, die übrig blieben, wenn der Wein erhitzt werden würde (also ohne den Wasser- und den Alkoholanteil, die verdampfen).

Diese Inhaltsstoffe sind v. a.:

  • Zucker
  • Säure
  • und Glyzerin

In geringerem Maße auch:

  • Phenole
  • Pektine
  • Proteine
  • und Mineralstoffe

-F-

  1. Fassprobe

„O’zapft is!“

In diesem Fall aber nicht das Bier, sondern der edle Tropfen.

Bei der Fassprobe wird ein junger, noch nicht abgefüllter Wein direkt aus dem Fass probiert.

Wird der unfertige Rebsaft zu Verkostungszwecken auf die Flasche gezogen, spricht man ebenfalls von einer Fassprobe. In diesem Fall tragen die Fassproben ein provisorisches Etikett. [JEN-16]

  1. Firne

Damit wird hauptsächlich ein Weingeschmack bezeichnet, der mehr oder weniger deutliche Alterungsnoten aufweist, welche größtenteils auf Oxidation zurückzuführen sind.

Das kann ziemlich interessant sein, wenn beispielsweise ein sehr säurebetonter Wein angenehm abgemildert wird.

Auch eine dezente und überaus willkommene Petrolnote bei gereiftem Riesling gehört in den Edelfirne-Bereich.

Bei Rot- und edelsüßen Weinen sind Malz- und Karamellnoten oftmals auf Alterung zurückzuführen.

Doch abseits dieser willkommenen Alterung sind Weine mit deutlichen Alterungsnoten schlicht verdorben und ungenießbar.

-G-

  1. Großes Gewächs

Große Gewächse sind die hochwertigsten, trockenen Qualitätsweine eines Weinguts, die von einer Ersten Lage stammen.

Sie bezeichnen die höchste Klassifikationsstufe für trockene Weine aus Weingütern, die Mitglied des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter e. V. (VDP) sowie des Bernkasteler Ringes sind.

Neben dem Adler-Logo des VDP sind die Weinflaschen mit dem Logo Erste Lage am Flaschenhals versehen. Dieses Logo besteht aus einer 1 mit nachgestellter, unterstrichener Traube.

-H-

  1. Handlese

Die Handlese bezeichnet das Ernten der Trauben von Hand. Dabei werden die Trauben mit einem Messer oder einer Schere vom Trieb getrennt und in einem Behälter eingesammelt. Die Handlese erlaubt ein genaues Selektieren der Trauben am Stock und bei Bedarf eine gestaffelte Lese.

-J-

  1. Jeroboam

Nein, das ist nicht der Spitzname von Jerome Boateng.

Sondern eine Weinflasche mit 5 Liter Inhalt. Darin reifen Weine noch besser, als in der Magnumflasche. Große Bordeaux werden gerne in solche Großflaschen gefüllt.

-K-

  1. Kabinett

Kabinett bezeichnet eine Qualitätsstufe für Wein in Deutschland. Mit dem Prädikat werden Weine versehen, die einer gehobenen Güteklasse angehören und bestimmte Anforderungen erfüllen.

Kabinett-Weine sind…

  • leichte
  • meist trockene
  • gelegentlich aber auch halbtrockene
  • oder liebliche

…Weine.

Sie werden aus reifem, Botrytis-freiem Lesegut gewonnen.

Ein Kabinettwein muss ein natürliches Mostgewicht von mind. 70 bis 80°Oechsle aufweisen. Dieser Wert variiert von Anbaugebiet zu Anbaugebiet.

Eine Chaptalisation zur Erhöhung des Alkoholgehalts durch Zuckerzugabe ist beim Kabinett nicht gestattet.

  1. Kirchenfenster

In der Kirche erzählen Kirchenfenster Geschichten. Beim Wein können Kirchenfenster Rückschlüsse über den Alkoholgehalt geben.

Dabei handelt es sich um dickflüssige Bögen, die beim Ablaufen des geschwenkten Weins entstehen.

Dabei gilt: Je weiter die Bögen sind, desto weniger Alkohol weist der Wein auf. Je spitzer sie sind, desto mehr Alkohol hat er. [JEN-16]

  1. Körper

Der Weinkenner versteht und dem Körper das Gewicht eines Weins.
Dieses setzt sich zusammen aus dem …

  • Alkohol
  • und dem Extrakt

… des Weins.

Beim Rotwein wird dazu auch das Tannin gezählt.
Körperreiche Weine sind daher meist auch schwere Weine. Der Körper eines Weins sagt aber nichts über die Qualität aus. Es gibt auch körperarme Spitzenweine: z. B. Champagner oder deutschen Riesling. [JEN-16]

  1. Kultwein

Es steht nirgends geschrieben welche Kriterien ein Kultwein erfüllen muss. Weder Herkunft, Weintyp oder Vinifikation sind definiert.

In der Regel sind damit aber Weine mit herausragender Qualität gemeint, die nur in geringer Stückzahl hergestellt werden und entsprechend teuer sind.

Im Folgenden nenne ich dir einige der bekanntesten Kultweine:

  • Chateau Lafite-Rothschild, Bordeaux
  • Romanée-Conti, Burgund
  • Montrachet Domaine Leflaive, Burgund
  • Krug Clos d’Ambonnay, Champagne
  • Pingus, Ribeira del Duero
  • Scharzhofberger Riesling Trockenbeerenauslese Egon Müller, Saar
  • Penfolds Grange Bin 95, Südaustralien
  • Barolo Barolo Riserva Monfortino Giacomo Conterno, Piemont
  • Screaming Eagle Cabernet Sauvignon, Napa Valley
  • 4G, Südafrika

-L-

  1. Lieblich

Lieblich ist es umgangssprachlicher Ausdruck für einen süßen Wein. Dabei übersteigt sein Restzuckergehalt den eines halbtrockenen Weins.

In Deutschland, Österreich und den übrigen Ländern der EU ist dies ein Wein mit mehr als 18 und höchstens 45 Gramm Restzucker pro Liter.

-M-

  1. Magnumflasche

Gehörst du zu den Leuten die gerne eine doppelte Portion wollen? Dann könnte die Magnumflasche etwas für dich sein.

Hierbei handelt es sich um eine Weinflasche mit doppeltem Inhalt, also 1,5 Liter. Es heißt in der Magnumflasche reift der Wein besser.

  1. Maische

Kurz und knackig: Ein Gemisch aus Beerenschalen, Fruchtfleisch und Traubenkernen im Most.

-N-

  1. Nervig

Kann Wein nerven? Nun, wenn er schlecht ist vielleicht. Das ist aber in diesem Fall nicht gemeint.

Wenn ein Wein nervig ist, dann meint der Weinkenner damit, dass es sich um einen jungen, lebhaften und säurebetonten Weißwein handelt. [JEN-16]

  1. Neue Welt

Im Prinzip sind damit alle Weinregionen außerhalb Europas gemeint.
Dazu zählen:

  • USA
  • Südamerika
  • Australien
  • Neuseeland
  • Südafrika

-O-

  1. Oechsle

Das Oechsle ist die in Deutschland verwendete Maßeinheit zur Bestimmung des Mostgewichts.

-P-

  1. Parker-Punkte

Wusstest du, dass du beim Falschparken tatsächlich Punkte sammeln kannst? Parken auf Autobahnen oder Kraftfahrtstraßen bringt dir einen Punkt in Flensburg.

Punkte in Flensburg meint der Weinkenner aber nicht, wenn es um Parker-Punkte geht. Vielmehr handelt es sich um ein System zum kritischen Bewerten von Weinen. Es wurde vom amerikanischen Weinkritiker Robert Parker 1978 eingeführt.

Mittels einer 100-Punkte-Skala publiziert der einflussreichste Weinkritiker der Welt, in seinem Newsletter „The Wine Advocate“ und entscheidet dabei vor allem in Bordeaux über Erfolg oder Misserfolg eines Weins. [JEN-16]

  1. Perlage

Die Perlage ist die im Glas entweichende Kohlensäure bei Schaumweinen. Damit meint der französische Begriff die Perlenbildung kohlensäurehaltiger Weine.

Die Perlage entsteht beim Öffnen der Flasche, wenn der Druck schlagartig absinkt und das Kohlendioxid wieder in einen gasförmigen Zustand übergeht.
Besonders Weine, die in der Flasche vergoren wurden, können eine sehr feine Perlage haben, was ein Indiz für eine hohe Qualität sein kann.

-S-

  1. Schönen

Das Schönen wird bei der Weinherstellung angewandt, um die Flüssigkeit von Trübungen wie:

  • Eiweißstoffen
  • oder Kristallen

und biologischen Trübungen wie:

  • Hefen
  • oder anderen Bakterien

zu befreien.

  1. Secco

Auf diesen Begriff reagieren einige italienische Produzenten regelrecht algerisch.

Nach dem Erfolg des italienischen Proseccos sind nämlich viele deutsche Erzeuger dazu übergegangen, aus eigenen Trauben einen ähnlichen Perlwein zu erzeugen. Diesen nennen sie schlicht Secco.

  1. Sommelier

Der französische Begriff Sommelier bezeichnet einen Weinkellner. Dieser ist eine ausgebildete Fachkraft, die im…

  • Weinbau- und Önologie
  • sowie in der Gastronomie (Restaurants, Weinstuben)
  • Weinkellereien

… und anderen Vertriebsstellen, in denen Getränke empfohlen und serviert werden, tätig ist.

Er verfügt über eingehende Fachkenntnisse in den Bereichen Wein, Getränke und Gastronomie.

In seinen Tätigkeitsbereich fallen beispielsweise die…

  • Verkostung
  • die Verwaltung
  • die Kommunikation
  • die Auswahl
  • und das Servieren

… von Weinen und anderen Getränken.

  1. Sortenrein

Wein, der nur aus einer einzigen Rebsorte besteht.

  1. Spontangärung

Die Spontangärung ist eine natürlich einsetzende und kontrollierte Gärung ohne Zugabe von Reinzuchthefen. Die Gärung setzt dabei ohne Einfluss des Winzers spontan ein.

-T-

  1. Tannin

Tannin sorgt dafür, dass sich deine Zunge zusammenzieht und dein Mund ganz trocken wird.

Es handelt sich dabei um eine geruchlose, phenolische Verbindung, die leicht bitter schmeckt.

Wenn du mehr zu dem Thema erfahren möchtest, empfehle dich dir meinen Artikel: „Was ist Tannin“ – durchzulesen.

  1. Tawny

Tawny ist ein mahagonibrauner Portwein, der meist länger im Fass gereift ist als ein Ruby. Tawny wird gelegentlich mit kleinen Chargen von 20, 30 oder 40 Jahre alten Portweinen assembliert (Assemblage) und dann sehr fein.

Ein Tawny sollte nach dem Öffnen der Flasche schnell getrunken werden, da er ansonsten leicht oxidiert. Mehr zum Thema Portwein findest du hier: „Was ist Portwein?

  1. Terroir

In der gesamten Weinsprache gibt es wohl keinen Begriff der derart aufgeladen ist wie Terroir. Um zu erfahren was Terroir ist, empfehle ich dir folgenden von mir verfassten Beitrag zu lesen: „Was ist Terroir?

  1. Träne

Die Träne ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für die farblosen Schlieren, die sich an der Wand des Kelches bilden, wenn ein Wein im Glas geschwenkt wird.

Diese Schlieren bestehen aus Glyzerin und können dir einen ungefähren Aufschluss über den Alkoholgehalt (bzw. den Extrakt) und damit über die Schwere eines Weins.

Wegen der entstehenden Rundbogenform werden diese Schlieren auch als Kirchenfenster bezeichnet.

Dabei gilt: Je enger die Kirchenfenster sind (bzw. je mehr Tränen ablaufen), desto mehr Glyzerin enthält der Wein. [JEN-16]

  1. Toasten

Woran denkst du jetzt?

An ein leckeres Toast mit Erdbeermarmelade und einer dampfenden Tasse Kaffee?

Dann muss ich dich leider enttäuschen.

Der Weinkenner versteht darunter nämlich das Anrösten eines Fasses von innen durch offenes Feuer. Wie du bereits weißt, überträgt das Holzfass Tannin auf den Wein.

Durch das Toasten der Holzoberfläche wird verhindert, dass zu viel Fasstannin in den Wein übergeht.

Dabei gilt: Je schwächer das Holz getoastet wird, desto holzbetonter schmeckt der darin gereifte Wein.

-U-

  1. Umkippen

Wenn ein Wein umkippt, dann hat er seinen Zenit überschritten. Also den Höhepunkt seiner Entwicklung überschritten.

Der Wein wird dann ungenießbar und ist oxidiert. Er ist verdorben. Außerdem wird die Flüssigkeit trüb und bekommt eine bräunliche Farbe.

-V-

  1. Verschlossen

„Wir sind vom … bis …. im Urlaub!“

Wenn du das liest, weißt du, dass der Laden geschlossen hat.
Trotz der regulären, gewohnten Öffnungszeiten stehst du vor geschlossenen Türen. Was du dringend benötigst bekommst du dieses Mal nicht. Das ist ärgerlich.

Du kannst nichts dagegen tun. Du musst warten.

So ähnlich ist das manchmal auch beim Wein.

Nur dass in diesem Fall nicht die Türen verschlossen sind, sondern der Wein. Verschlossene Weine sind in der Regel noch jung und unentwickelt.
Deshalb sind die Aromen schwer zugänglich und zurückhaltend.

In diesem Fall musst du besonders bei großen Weinen mit Entwicklungspotential geduldig sein.

  1. Vertikale

Willst du herausfinden was der beste Jahrgang eines Weinguts ist?

Dann solltest du eine Vertikale abhalten. Dabei werden verschieden Jahrgänge eines Weins verkostet, um zu sehen, wie er sich im Laufe der Jahre entwickelt hat.

-W-

  1. Weinstein

Als Weinstein werden natürliche, geschmacksneutrale Kristalle bezeichnet, die sich in der Flasche absetzen. Diese werden mit der Zeit beim Lagern des Weins sichtbar.

Auf dem Flaschenboden bilden sich dann Kristalle aus Kaliumsalz.

Weinstein beschreibt dieses Phänomen lediglich und ist weder ein Fehler, noch ein Qualitätsmerkmal.

Es ist geschmacklich neutral und beeinträchtigt den Genuss des Weins nicht.

Weinsteinkristalle sollten jedoch aus optischen Gründen nicht ins Glas geschenkt werden, sondern in der Flasche bleiben.

 

Fazit

Das war es auch schon. Wenn du diese 50 Begriffe beherrscht, können wir uns alle leichter miteinander verständigen und wissen genau, was wir meinen.

Manchmal wird die Welt einfacher, wenn wir Jargon benutzen. Ironisch, oder?

Bookmarke dir diesen Beitrag ruhig und komme gerne wieder. Teile ihn auch mit deinen Freunden, damit wir alle „Wein“ sprechen.

Kennst du noch andere Begriffe, die in unserem Wein-Glossar nicht fehlen dürfen? Oder ist dir ein Begriff noch unklar, den ich verbessern sollte?

 

Quellenverzeichnis:

[JEN-16] Jens Priewe: Grundkurs Wein. Zabert Sandmann, 2016, 7. Auflage

Photo by Zachariah Hagy on Unsplash

Ich bin Daniel Bayer, der Wein Blogger hinter wein-verstehen.de. Wenn du mehr über diesen Blog erfahren möchtest und neugierig bist wer ich bin, dann klicke in der oberen Menüleiste auf den Punkt ÜBER MICH.

3 KOMMENTARE

  1. Tolle Erklärseite mit einem Fehler beim Großen Gewächs!
    Das Große Gewächs ist der Trocken ausgebaute Wein aus der großen Lage und nicht aus der 1. Lage und das Logo auf der Flasche ist dafür der doppelte Buchstabe G mit einer Traube dazwischen (G(Traubensymbol)G) kurz GG genannt. Das Symbol aus einer 1, dessen Fuß wie ein L ausgeformt ist und darüber eine Traube steht, ist das Symbol für die erste Lage nicht für große Gewächse. Hier muss man aufpassen, da dies früher anders geregelt war.

  2. Schöne Liste die du da zusammengestellt hast. Beim Begriff avinieren ist dir ein n zu viel reingerutscht. Sonst würde ich sagen hast du vieles vom wesentlichen gut und kurz beschrieben.

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